Streichen der Stengen

  • Die meisten denken jetzt vermutlich reflexartig an F. Adams Romanheld David Winter und seine Lieblingsbeschäftigung an Deck egal welchen Schiffes. fr21

    Nun, und genau darum geht es. Ich habe heute eine interessante Information gefunden, und zwar nicht im Netz, sondern ganz altmodisch in einem Buch: Das Streichen der Stengen ist eine Erfindung nicht von Frank Adam, sondern von Krijn Wouters, Schiffer zu Enkhuizen, im Jahre 1570. Vorher wurden die Stengen gegen die Masten genietet und umwickelt. Dem Beispiel seiner Erfindung folgte bald ganz Europa.

    Quelle: Herman Ketting - Prins Willem, Ein Ostindienfahrer des 17. Jahrhunderts, Hinstorff Verlag Rostock, 1981

    Der Autor hat viele Jahre als Restaurateur von Schiffsmodellen im Reichsmuseum Amsterdam gearbeitet und hat für das Buch neben dem namensgebenden Modell aus dem 17. Jh. auf einige Originalbücher und Manuskripte aus dieser Zeit zurückgreifen können.

  • Spannend, aber wie soll ich mir vorstellen das die Stengen "genietet" wurden?

    Aga

    Gentlemen, when the enemy is committed to a mistake, we must not interrupt him too soon.

    Adm. Horatio Nelson

  • Und ich dachte zuerst, Du wolltest Deine Stengen anstreichen :hm:

    Gruß Christian

    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Spannend, aber wie soll ich mir vorstellen das die Stengen "genietet" wurden?

    Aga

    Nun ja, die ersten Stengen waren ja im Prinzip nur verlängerte Flaggenstöcke - siehe Santa Maria. Im Buch von Xavier Pastor zu den Kolumbusschiffen findet sich diese Zeichnung - die lässt es erahnen. Und das waren mal grad keine 100 Jahre früher. Zwar sieht man das Genietete nicht, aber die Umwickelung schon.

    In dem Zuge, in dem die Schiffe größer wurden und die zweite Etage fest etabliert wurde, war es im Prinzip nur eine Frage der Zeit, bis jemand das Offensichtliche erfunden hat - eine Möglichkeit, die oberen Etagen relativ leicht (also leichter als bisher) und auch auf See abbauen und wieder anbringen zu können.

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