Von Süd nach Nord durchs Baltikum

  • Ahoi allerseits,

    vor zwei Tagen kamen Jessica Read und ich zurück von einer sehr schönen, spannenden und hochinteressanten Reise durch das Baltikum. Baltikum - der Begriff fand lt. Wikipedia im 19. Jh. Einzug in die deutschsprachige Fachliteratur. Zum Baltikum zählen die drei Staaten Estland, Lettland und Litauen.

    Die Geschichte dieser drei Staaten ist so wechselhaft und spannend wie die Länder selbst. In den zurückliegenden Jahrhunderten besetzten, unterjochten, eroberten, plünderten und beanspruchten in wechselnden Konstellationen hauptsächlich Schweden, Polen, Preußen, Russland, Dänemark und die UdSSR diese Länder, ehe sie dann Anfang der 90er ihre Eigenständigkeit errangen und diese festigten. 6 Mio. Menschen leben hier auf 175.000 km² - zum Vergleich leben in Deutschland rund 84 Mio. auf knapp 358.000 km².

    Was alle drei Länder aus Sicht dieses Forums so interessant macht: Alle drei haben den direkten Zugang zur Ostsee und verfügen über eine jahrhundertelange maritime Geschichte, wovon noch zu berichten sein wird.

    Das mal vorausschickend zur Einordnung und Orientierung.

    Wir starten unsere Reise im nördlichen Tallin. Das aber nur, da unsere Reisegesellschaft sich nicht in der Lage sah, uns direkt nach Vilnius zu schicken, sondern nur einen Umsteigeflug mit reichlich vier (!!!) Stunden Aufenthalt auf dem Flughafen Tallin zur Verfügung gestellt hat. So kamen wir leider entgegen ursprünglichen Planungen mit 16 Stunden Verspätung in Vilnius an. Dementsprechend kurz war dort die Zeit, sich die Stadt anzuschauen. Nun, was soll's, wir haben versucht, das Beste daraus zu machen. Vilnius, die Hauptstadt Litauens, weiß absolut zu gefallen. Die 1323 gegründete Stadt besitzt eine der größten Altstädte Europas, hat wunderschöne Barockbauten und trägt wegen seiner vielen Kirchen den Beinamen "das Rom des Ostens".

    Und nach so viel Text endlich mal ein paar Bilder:

  • Hochinteressant war dieses "Stargate":

    Was man hier sieht - und die schwarzen Striche sind nur auf dem Foto, in echt waren die nicht da - Livebilder von einem ganz anderen Ort auf der Welt. Irland, England, Brasilien... Ein tolles Projekt, das Menschen auf nette Weise weltweit verbindet. Wir haben uns zugewunken und vor dem Portal rumgealbert, sowas Schönes aber auch!

  • Und dann hieß es auch schon Abschied nehmen von Vilnius. Mietwagen abholen, einsteigen und ab ging es in Richtung des ersten Zwischenstopps, der kleinen Stadt Kaunas. Unterwegs besuchten wir aber zuerst einmal die Wasserburg Trakai, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Litauens. Die im 14. Jh. errichtete Burganlage verlor schnell an Bedeutung, wurde aber glücklicherweise erhalten und liebevoll restauriert; das Museum zeigt viel Interessantes aus der damaligen Zeit, und nicht nur die üblichen Waffen und Rüstungen, sondern auch sehr viel unterschiedliche Handwerkskunst und Fertigungsverfahren für Alltagsgegenstände.

    In dem kleinen Ort sieht man die im gesamten Baltikum typischen bunten Holzhäuser.

    Später kamen wir dann an unserem nächsten Ziel an - Klaipeda. Kaum näherten wir uns unserem Hotel, wollte uns auch schon eine recht zwielichtige Gestalt begrüßen - schaut im Foto ganz links:

    Er mühte sich da aus dem Wasser...

    Abends sah es noch gruseliger aus:

    grins1

    Aber jetzt kommen wir zum ersten maritimen Highlights dieses Reiseberichts...

  • Aber vorher schauen wir noch hier vorbei:

    Die holde Maid auf dem Sockel ist das Ännchen von Tharau. Und wer hat's erfunden? Nein, Peter_H , nicht die Schweizer! grins1 Simon Dach, der als deutscher Dichter zählt, weil Memel, wo er geboren wurde, damals preußisch-litauisch war.

    Ein wenig Kunst und fröhliche Schloss-und Schließkunde gab es auch noch am Wegesrand.

    Aber jetzt kommen wir endlich an die wichtigste Station in Klaipeda:

    Die Meridianas wurde 1948 in Finnland gebaut und diente viele Jahre als Segelschulschiff. Seit 2013 liegt sie frisch restauriert hier in Klaipeda als Restaurantschiff. Ein echter Holzrumpf, und der wird gepflegt - regelmäßig muss sie für ein paar Wochen in die Werft - der nächste Termin steht bald an, wie man uns an Bord erzählt hat. Und das sieht man auch. Die Küche an Bord ist übrigens vorzüglich, wir haben bestens gespeist!

    Das letzte Bild täuscht - wir waren recht zeitig da, später füllte sich die Messe... grins1

  • So, und jetzt stelle mer uns mal janz dumm: Watt is 'ne Nehrung? Ne, nüscht zu Essen mit een Tippfehler, du Plinsen! fr21 Eine Nehrung ist ein schmaler Sandstreifen, der ein Haff vom Meer trennt.
    Jetzt könnten wir noch den Begriff Haff sondieren, aber das sparen wir uns jetzt. Guckt nach bei Google Maps und sucht dort die Kurische Nehrung. Denn genau da sind wir ja derzeit.
    Mit einer Autofähre setzen wir von Klaipeda auf die Nehrung über. Den 46 km langen Teil, der zur russischen Enklave Kaliningrad gehört, können und wollen wir auch nicht bereisen - den Rest aber schon. Und vor allem zuerst mal das nördliche Ende - denn dort gibt es ein Museum. Hauptsächlich wird das beworben mit einem großen Delfinarium - aber das lehnen wir ab. Hat man einmal diese tollen Tiere in ihrem natürlichen Umfeld erleben dürfen - was uns ja sowohl im Atlantik als auch in der Karibik vergönnt war - will man sich das echt nicht mehr antun.

    Aber so mehr im Kleingedruckten liest man dann auch was von einem maritimen Museum. Und das hat uns natürlich interessiert.
    Was wir dort dann vorfanden, hat uns ungemein und sehr positiv überrascht. Dazu dann ganz bald mehr - hier nur kurz, im Museumsbereich reichlich ausführlicher. Die im Bild zu sehende Karte lässt ja schon ahnen, dass das ein recht großes Gelände ist. In dem wulstigen grünen Ring rings um das Gebäude in der Bildmitte verstecken sich etliche interessante Schätze...:sun:

  • Sehr schön, Bonden! Ich bin gespannt, ob ich eine dieser Stationen im Juni anfahren werde. Wenn ja, wird mir Dein Bericht ein toller Reiseführer sein.

    Darf ich Dich auf zwei Fehler im ersten Beitrag aufmerksam machen?

    6 Mio. Menschen leben hier auf 175.000 km² - zum Vergleich leben in Deutschland rund 84 Mio. auf knapp 358 km².

    ich hab's jetzt nicht gegoogelt, aber ich denke, bei Deutschland fehlen noch drei Nullen bei der Fläche, oder?

    Wir starten unsere Reise im südlichen Tallin.

    Da Tallin im Norden liegt, nehme ich an, dass Du Vilnius meintest:P

    Ich weiss, Du wolltest nur testen, wie aufmerksam wir Deinen Bericht lesen, schon klargrins1

    Beste Grüsse

    Peter

  • Bonden April 18, 2026 at 9:52 AM

    Changed the title of the thread from “Von Nord nach Süd durchs Baltikum” to “Von Süd nach Nord durchs Baltikum”.
  • Wenn das im Foto tatsächlich euer Hotel in Klaipeda war, müssen wir uns beim nächsten Treffen mal dazu austauschen - Baltikum und das Hotel stehen nämlich auch auf meiner Wunschliste. So oder so, ich freue mich auf den gesamten Bericht und bin schon jetzt extrem neidisch!

    George N. W. Cavendish-Bentinck (M.O.R.N.)

  • George Bentinck Ja, in dem Hotel haben wir übernachtet, war ganz nett; einziger kleiner Kritikpunkt war eine recht hübsch anzusehende Bar in der Lobby, die aber nie auf hatte. dead

    Das Litauische Meeresmuseum birgt mehr maritim-historische Schätze, als man beim Stöbern auf ihrer Website und auch bei sonstiger Suche im Netz nach Informationen über dieses Museum vermuten kann. Schauen wir nochmal auf die Übersichtstafel im Posting weiter oben: Rechts das Delfinarium, dann eher mittig im Gelände das Innere des großen Kreises. Das ist Aquarium und Meeresmuseum zugleich. Neben lebenden Tieren in kleinen und großen Becken bzw. Räumen gibt es auch jede Menge Exponate wie versteinerte Fossilien oder ausgestopfte Tiere. Das mutet teilweise etwas skurril an, wenn zum Beispiel die lebenden Pinguine durch die Scheibe auf ihre ausgestopften Kameraden gucken, grad so als Warnung: Wenn ihr euch nicht benehmt, endet ihr wie Jochen hier! :D

    Seelöwen und Robben tummeln sich dort auch, und ein sehr großes Aquarium, durch welches man in einem langen Tunnel laufen kann, lässt einen riesige Störe von allen Seiten betrachten.

    Der wesentlich interessantere Teil dieser Anlage aber ist der äußere Ring. Das alles ist die ehemalige Festungsanlage Kopgalis. Sie wurde 1866 vom preußischen Militär zum Schutz des Hafens gebaut, im WK II gesprengt und 1979 wieder aufgebaut, für eben dieses Museumsprojekt. In diesem Rundwall findet man mehrere meterlange Stollen, in denen sich, thematisch geordnet, die wirklich interessanten Objekte finden. Geschichte der litauischen Schifffahrt, Schiffskatastrophen, Seenotrettung, Seehandel, Wikinger... Das alles wird interessant und auch teilweise ungewöhnlich präsentiert. Im Außengelände gibt es noch eine große Sammlung historischer Anker zu bestaunen.

    Mehr dazu im Museumsbereich - der entsprechende Beitrag ist derzeit in Arbeit und geht noch heute ans Netz.

    Edit: Schon erledigt. fr18

  • Wir sind noch immer auf der Kurischen Nehrung. Einmal bis ans Ende fahren - also bis dahin, wo das unproblematisch möglich ist. Nida heißt unser Ziel. Wenige Kilometer hinter dem Ort des Museums muss man Eintritt zahlen, denn ab hier beginnt ein Nationalpark. Der schmale Streifen Land ist dicht mit Wald bewachsen, was die Fahrt nach Nida relativ reizlos gestaltet. Der Ort weiß dann aber zu gefallen, und in dem kleinen Lokal am Haff, welches uns Google empfohlen hat, serviert man uns die leckerste Fischsuppe des ganzen Urlaubs. Eine Wanderung bringt uns dann zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt, der vom Zeiger einer riesigen Sonnenuhr überragt wird. Von dort hat man einen tollen Blick auf Haff, Russland und Ostsee.

    Nida bietet noch ein sehr interessantes Haus, welches man besichtigen kann: Thomas Mann hat hier ein Sommerhaus erworben, in dem er zwischen 1929 und 1932 arbeitete und sich erholte. Über dieses Sommerhaus hat er im Rotary-Club in München 1932 einen Vortrag gehalten, der dort in diesem Haus im Original zu hören ist und von einem Film begleitet wird, der teils aus historischen Aufnahmen aus dieser Zeit und teils aus heutigen Szenen zusammengeschnitten wurde. Beeindruckend!

  • Schon 10 Postings, und wir sind noch immer in Litauen. Aber gleich geht es über die Grenze - doch zuvor legen wir einen Zwischenstopp an einer ganz besonders seltsamen Sehenswürdigkeit ein: Weit im Norden gibt es den "Berg der Kreuze", ein katholischer Wallfahrtsort. Das wäre nun an sich für uns zwei konfessionslose Menschen kein Grund, dort hinzufahren, aber man muss das mal gesehen haben. Weil, es sind viele Kreuze. Also so richtig, richtig viele Kreuze. Und die Geschichte dieses Ortes ist nicht nur hochinteressant, sondern auch ein Zeugnis des Kampfes gegen totalitäre Regime.

    Gleichwohl ließ uns dieser Ort doch etwas ratlos zurück.

    Nun aber auf nach Lettland!

    Dicht hinter der Grenze legen wir einen Stopp in Bauska ein, wo wir das gleichnamige Schloss besichtigen. Dieses und die dazugehörige Burganlage wurde im 15. Jh. vom livländischen Zweig des Deutschen Ordens erbaut. Die Burg ist nur eine Ruine, die aber auch restauriert wird, das Schloss wurde fertig restauriert, beides kann besichtigt werden. Das nennenswerte Ausstellungsstück ist ein schmuckes Gemälde.

  • Und nun sind wir in der lettischen Hauptstadt angekommen. Falls jemand nicht weiß, wie die heißt - bitte sehr:

    Und hier wartet das nächste Museum auf uns:

    Dazu an anderer Stelle in Kürze wieder ausführliche Berichterstattung. Hier nur schon mal soviel: Sehr sehenswert, und auch viel Maritimes!
    Bemerkenswert: Auch hier, wie in (fast) jedem maritimen Museum, darf eine Santa Maria nicht fehlen. Wir haben grad heute darüber sinniert, ob man nicht mal ein Santa-Maria-Modelle-Museum aufmachen sollte...fr21

  • Riga wurde 1201 gegründet, schaut also schon auf etliche Jahrhunderte reich an wechselvoller Geschichte. Die Altstadt hat noch etliche mittelalterliche Gebäude; am auffälligsten sind aber ein paar Straßenzüge mit Häusern im Jugendstil - und ehrlich: Mehr Jugendstil geht nicht. Schaut selbst:

    Aus anderen Epochen dann diese Gebäude hier:

    Die lauten Gesellen kennen wir doch, oder?

    Genau, sie sind es! Die Skulptur ist ein Geschenk der Stadt Bremen. Und sie stehen dort gut platziert:

    Witzig: Als wir uns diesem Ort näherten, hörten wir hellen, klaren Gesang aus vielen Kehlen. Da stand eine Gruppe junger Männer im Halbkreis davor, einer dirigierte, die anderen sangen - es war perfekt! Anschließend stellte sich heraus, dass man erst nach Riga fuhren muss, um einmal die Regensburger Domspatzen live zu erleben. grins1fr18

    Zum Abschluss des Riga-Besuches noch mal ein Blick auf das wohl bekannteste und auch ziemlich schönste Gebäude der Stadt - das Schwarzhäupterhaus:

    Soviel zu Riga - unsere Tour ging weiter...

  • Auf dem Weg zum nächsten Übernachtungsort legten wir einen sportlichen Zwischenstopp ein. In dem kleinen Örtchen Sigulda gibt es eine international bekannte Bob- und Rodelbahn, auf der auch Weltcuprennen gefahren werden. Außerhalb der Saison kann man diese Bahn nicht nur besichtigen, sondern auch begehen. Wir waren zwar schon AN, aber noch nie IN einer solchen Bahn. Um die 1,4 km von oben nach unten zu laufen brauchten wir schon eine Weile - wenn man da in der Rinne steht, bekommt man noch mehr Respekt vor den mutigen Frauen und Männern, die da mit einem Affenzahn runterrasen. Jessica hat zumindest mal Probesitzen gemacht...grins1

    Es werden auch Fahrten mit einem erfahrenen Piloten angeboten zu dieser Zeit, aber ausgerechnet in dieser Woche nicht. Mein Rücken meinte, das sei nicht allzu schade gewesen...:lol

  • Wenn man dann schon mal in Sigulda ist, schaut man sich auch gleich noch das Neue Schloss am Ufer der Gauja und die benachbarte Ruine der Ordensburg Segewold an.

    Und schon ging es weiter; kurz vor der Grenze wurde dann noch ein interessanter archäologischer Park besucht. Sehr sehenswert!

    Aber dann hieß es: Tschüss, Lettland - Guten Tag, Estland!

  • Übernachtet haben wir noch in Lettland, in Valmiera - aber zu diesem Ort gibt es nun wirklich nichts Bemerkenswertes zu berichten.

    Der Grenzübertritt war diesmal schon etwas speziell: Wir sind in die kleine Stadt Valka gefahren. Und an diesem Grenzpfeiler...

    ...schaut man einmal um die Ecke, hat immer noch den selben Pfeiler vor sich, befindet sich jetzt aber in Valga und ist in Estland.

    Die Grenze - die als solches überhaupt nicht zu erkennen ist - geht hier mitten durch den Ort. Wir haben jetzt nicht das Pendant zum Ratrhaus von Valga gesucht - aber es gibt es.

    Unser Tagesziel war Tartu; unterwegs haben wir noch einen schönen Nationalpark besucht. Hier haben wir eine sehr schöne Wanderung durch die Natur genossen und dabei nur dieses eine Bild aufgenommen:

    Tartu ist die zweitgrößte Stadt Estlands (ca. 100.000 Einwohner). Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie bereits 1030 und ist damit die älteste Stadt im gesamten Baltikum. 2024 war sie eine von drei europäischen Kulturhauptstädten. An Sehenswertem werden in erster Linie die vielen Kirchen und der Dom genannt. Aber eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist die Brunnenskulptur "Küssende Studenten". :*:* Der Legende nach soll das verliebte Studentenpärchen eines Tages durch die Altstadt gezogen sein, als es plötzlich anfing zu regnen. Schnell spannte der Mann den Schirm auf, und das Paar küsste sich. Sie wünschte sich in dem Moment, dass es so immer bleiben möge zwischen ihnen. Der Wunsch wurde prompt erfüllt: Ein blauer Blitz traf sie, und sie erstarrten zu Stein. Man sollte sich also stets gut überlegen, was man sich wünscht...grins1

    Ein gemütlicher Altstadtbummel und der Besuch eines kleinen, aber feinen Craftbierlokals lässt uns Tartu auf jeden Fall in angenehmer Erinnerung bleiben.

    Am nächsten Tag lenkten wir dann unsere Metalldroschke zum finalen Zielpunkt unserer Reise: Tallin. Was wir auf der Fahrt dorthin für einen bemerkenswerten Ort besucht haben, erzähle ich euch demnächst. Aber wer gut mitgezählt, weiß, dass von den eingangs erwähnten vier Museen mit maritimen Bezug erst zwei erwähnt wurden... 8) Es gilt also wieder einmal das Motto:
    Bleiben Sie schön neugierig! :wink:

  • Der Zwischenhalt in dem kleinen, beschaulichen Kapitänsdorf Käsmu bescherte uns ein ganz besonderes Museum. Darüber wird demnächst im Museumsbereich zu lesen sein - für heute nur soviel:

    Auch hier, wie in (fast) jedem maritimen Museum, darf eine Santa Maria nicht fehlen.

    fr21

    Dann ging es aber weiter in die estländische Hauptstadt Tallin. Aus den Romanen aus "unserer" Zeit kennen die Stadt die meisten als Reval, bis 1918 war das auch noch die amtliche Bezeichnung. Die Talliner Altstadt wurde 1997 in das UNESCO-Kulturerbe als „außergewöhnlich vollständiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“ aufgenommen. Geht man dann selbst durch diese Altstadt, kann man diese Entscheidung nur gutheißen. Von der ursprünglich 2,35 km langen Stadtmauer stehen immerhin noch 1,85 km, von den 40 Türmen sind noch 28 erhalten bzw. liebevoll restauriert.

  • Schlendern wir noch ein wenig umher:

    Ein nicht genannt sein wollendes Forumsmitglied wollte, dass ich der Kuh einen Kuss gebe - wahrscheinlich hat er sich, als er nur wenige Tage vor uns ebenfalls hier war, nicht getraut.fr21

    Der nette Herr hier vor diesem altehrwürdigen Lokal lud zum Gasthausbesuch ein. Dem kamen wir dann am folgenden Abend gern nach - nur um dort zu erleben, wie da ein gar heftiges Hauen und Stechen losging. =O

    (Hinterher hatten sich aber alle wieder lieb.)

    Das bekannteste der noch erhaltenen Stadttore ist die Große Strandpforte mit dem Kanonenturm "Dicke Margarethe".

    Der Turm verdient aus einem ganz bestimmten Grund hier eine besondere Erwähnung: Heutzutage beherbergt er das Estnische Maritime Museum.

    Darüber gibt es bereits einen gesonderten Bericht - an dieser Stelle nur soviel: In diesem Museum steht kein Modell der Santa Maria! =Ogrins1 Und dennoch ist es sehr schön. ;)

    Tja, und das war es dann auch schon an dieser Stelle an Berichterstattung von unserer Baltikumtour. Uns hat es großen Spaß gemacht, wir haben uns zu keiner Zeit gelangweilt, und davon abgesehen, dass es doch noch recht nordisch kühl war, hatten wir fast alle Tage wirklich schönes Wetter.


    Und so sagen wir dann Tschüss Tallin, tschüss Baltikum! :wink::sun:fr18

  • Da du den Grauen Reeder ganz außen vor lässt, erlaube ich mir dann doch mal ein einen kleinen Einschub: Ein Teil der Boote der Lindau-Klasse, die jahrelang das Rückrat der Minensuchgeschwader der Bundesmarine bildeten, durften nach ihrer Außerdienststellung in Deutschland noch mal in den Baltischen Ländern ran. Noch heute ist in jedem der drei Länder jeweils ein Boot dieser Klasse als Museumsschiff vorhanden.

    George N. W. Cavendish-Bentinck (M.O.R.N.)

  • Herzlichen Dank für diesen wundervollen Reisebericht, Bonden! Er hat tatsächlich Lust auf mehr gemacht, und ich hoffe, auf meiner Tour die eine oder andere dieser Städte (Talinn, Riga oder Kleipeda) anzulaufen und auch die Zeit für einen Landgang zu haben.

    Beste Grüsse

    Peter

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