Norwegischer Kanonenschoner AXEL THORSEN 1:72 von Seahorse

  • Hallo Freunde

    Nach längerer kartonaler Abstinenz melde ich mich zurück und zwar auch quasi zurück zu den Wurzeln. Mein Liebe zu den alten Seglern hat mich nie ganz losgelassen und so möchte ich es nun endlich mal wieder versuchen, allerdings in einem etwas grösseren Massstab, was mir bei einer eventuellen Takelung entgegen käme. "Eventuell" darum, weil ich es noch offen lassen möchte, ob ich das Modell als reines Rumpfmodell baue oder ob ich mich wieder an eine Takelage wage.
    Sie ist als Gaffelschoner getakelt und besticht optisch insbesoondere durch die beiden 24 Pfünder auf Rundumlaffetten im Bug und achtern. Ein reich belegtes Modell mit einer wunderschönen Optik, aber nicht so üppig getakelt wie eine Fregatte. Also hervorragende Voraussetzungen für einen Wiedereinstieg.

    Die Axel Thorsen war ein Kanonenboot, das 1810 in Trondheim vom Stapel lief. Das Schiff diente erst in der Küstenflottille in Trondheim, später dann als Fischereischutz in der Finnmark. 1839 wurde sie verkauft und diente bis 1864 als Handelssegler. Danach war sie an Polarexpeditionen beteiligt wo sie 1872 in arktischen Gewässern verloren ging. Sie wurde also stattliche 62 Jahre alt!

    Das Modell wurde von Tomasz Weremko konstruiert und in seinem Verlag Seahorse Anfang dieses Jahres veröffentlicht. Wie immer bei seinen neueren Modellen gibt es zahlreiche Zurüstsätze wie Lasercut-Spantensatz, Detailsätze in unterschiedlich farbigem Karton gelasert, 3D-Drucke von Kanonen, Riemen, etc., einen Satz Blöcke und Jungfern in 3D-Druck, ein Mastensatz und einen Segelsatz. Ich habe mir das komplette Programm inklusive einem zweiten Originalbogen gegönnt. Was ich alles davon verwende lasse ich mal offen.

     

     

    Das Modell hat mich seit seiner Veröffentlichung angelacht und seit meiner Reise und der Sichtung von vielen alten Seglern in der Kieler-Förde brannte auch das erwähnte Feuer dafür lichterloh!

    Der Bogen beinhaltet eine sehr ausführlich bebilderte Bauanleitung die von einer schriftlichen kurz gehaltenen Beschreibung ergänzt wird. Besonders toll ist, dass auf dem Youtube-Kanal des Konstrukteurs der Bau in 13 Etappen mit insgesamt über 4h Filmmaterial dokumentiert wird.
    Daneben habe ich mir das Buch "Schoner in Nord und Süd" von Karl Heinz Marquardt antiquarisch bestellt in dem die Takelung sehr genau beschrieben sein soll.
    Als zusätzliche Sicherheit folge ich einem Baubericht eines grossartigen Modellbauers, der ein Holzmodell der AT baut und sehr genau dokumentiert.
    Ich denke, dass ich mit diesen vielen Hilfestellungen sehr gut durch den Bau kommen werde und hätte grosse Freude, wenn ich auch eine anständige Takelung zustande brächte. Der Takelplan in der BA mit der zusätzlichen Liste der Taustärken sind auf jeden Fall schonmal eine sehr grosse Hilfe.
    Ich empfinde das alles als eine grossartige Voraussetzung die der Konstrukteur hier dem potenziellen Modellbauer bietet!

    Die Grafik ist vorbildlich, gestochen scharf, qualitativ hervorragend gedruckt mit feinen Auschneide-Linien.

    Hier ein paar Beispielseiten aus dem Bogen und der BA

     

     

    Ich freue mich riesig auf diesen Bau und werde ihn mit der neu gewonnenen Tiefenentspanntheit angehen!

    Beste Grüsse

    Peter

  • Wie fast alle solchen Modelle beginnt auch dieser Bau mit dem Spantengerüst.

    Dieser entstammt aus dem Lasersatz aus 1mm Karton.
    Der Längsspant wird aus zwei Schichten zusammengeklebt und wird somit stabile 2mm dick.

    Auf diesem sind Markierungen eingelasert, wie tief die Spanten eingeschoben werden müssen und im unteren Bereich Hilfslinien um sicher zu stellen, dass die Spanten schön gerade ausgerichtet werden.

     

    16 Spanten bilden ein stabiles Gerüst, das ich, vor dem Anbringen des Decks und der Hilfsspanten 20 bis 22 erstmal ordentlich durchtrocknen lasse.

     

    Bis demnächst, beste Grüsse

    Peter

  • Dein Feuer wollen wir nicht löschen.

    Da setze ich mich dazu brat mir einen Marshmellow an Deinem Feuer und geniesse den Baubericht.

    Die Vorlage sieht gut aus, und es wird wohl nicht so ein Gefrimmel wie mit Deinen anderen Schiffen.

    Aga

    Gentlemen, when the enemy is committed to a mistake, we must not interrupt him too soon.

    Adm. Horatio Nelson

  • Das sieht jetzt schon traumhaft gut aus! Ein sehr interessantes Projekt hast du da gestartet, und was ich an den Bildern erkennen kann, hat der Bausatz echte Qualität. Wenn dein Modell dann fertig ist, kannst du uns ja damit mal besuchen und wir stellen es neben die Mercury, weil: Gleicher Maßstab! fr21


    Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg und bleibe hier in der ersten Reihe sitzen. fr18:sun:

  • Ahoi Freunde, vielen Dank!

    es wird wohl nicht so ein Gefrimmel wie mit Deinen anderen Schiffen.

    Das hoffe ich auch, darum (unter anderem) eben dieses Modell!

    Ziemlich dicke Wummen für so ein bißchen Schiff

    Finde ich auch, und gerade das macht das modell so einzigartig, wie ich finde.

    Die nennt man Pivotlafetten.

    Vielen Dank Speedy, ich habe die Bezeichnung von der Seite des Arbeitskreises historischer Schiffbau entnommen

    Wenn dein Modell dann fertig ist, kannst du uns ja damit mal besuchen und wir stellen es neben die Mercury, weil: Gleicher Maßstab! fr21

    Da habe ich eine noch bessere Idee: Du kommst mit der Mercury nächstes Jahr nach Brienz, 29.5. bis 13.6.2027 3. internationale Kartonmodellbau Tage in Brienz!8o


    Derzeit ist es schlicht zu heiss zum Basteln, daher etwas Geduld bitte!

    Beste Grüsse

    Peter

  • Hallo Leute

    Gestern waren die Temperaturen zum ersten Mal wieder auf einem Niveau, das ein wenig basteln zulässt.
    Also habe ich die Zeit genutzt.

    Zunächst war das Deck, das aus dem LC-Satz mit 0,5mm zu entnehmen. Ich habe es leicht vorgeformt, die Balkenbucht ist allerdings sehr gering. Dann wurde es mit Uhu Kraft beidseitig aufgetragen vorsichtig vom Bug zum Heck hin Schritt für Schritt ausgerichtet angebracht. Die Wahl des Klebers hat sich als absolut richtig erwiesen, da man damit eine sofortige Haftung erzielt. Das Deck passte dann auch perfekt.

    Nun wurden noch die beiden Hilfsspanten am Bug ergänzt. Damit ist das Spantegerüst fertig und kann gestrakt und anschliessend beplankt werden.

     

    Das Straken geschieht vorsichtig mit einem Schleifschwamm.
    Die Beplankung bei Seahorse ist immer in drei Schichten. Die Erstbeplankung erfolgt vertikal. Der Konstrukteur empfiehlt in der Mitte zu beginnen, die Planken-Segmente sind denn auch so nummeriert. 22a ist mittschiffs, dann geht es mit b, c, etc. nach achtern, anschliessend mit k, l, m, etc. zum Bug hin.

    Hier erachte ich es als wichtig, dass man sich viel Zeit nimmt, angefangen beim exakten Ausschneiden der Segmente, da seitlich nur jeweils eine halbe Spantendicke als Auflage da ist, sowie beim sauberen Vorrundn in BEIDE Dimmensionen (ein leichtes Wölben der Segmente ergibt eine saubere Linie.)

    Diese Arbeit erfordert entsprechend Zeit und Konzentration. Mittlerweile sind die ersten vier Segmente bb und stb angebracht.

    So viel für den Moment!

    Beste Grüsse

    Peter

  • Du hast absolut nichts verlernt, Peter.

    Gruß Christian

    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

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