Ich habe "Kommandant Ramage" vorhin nach sehr langer Zeit mal wieder beendet und finde ihn tatsächlich recht kurzweilig. Konvoidienst, der erst gar nicht langweilig wird mit dem geheimnisvollen Schiff, das schnell zum Freibeuterangriff übergeht, der Hurrikan, die Zeit auf der Insel und die Schatzsuche, dann (mal wieder) Kriegsgericht, nur hat diesmal Ramage die besseren Karten.
Inhaltlich ist in meinen Augen vor allem diese oberflächliche, unnötige "Liebesgeschichte" störend. Ramage verliebt sich die die Französin und sie ihn ihn, aber so recht Zeit für sie hat er nicht und so wird das nur ab und an mal mit ein paar Zeilen erwähnt, und wenn man Gianna erwähnt wird oder er ihr Bild anschaut hat er nicht mal einen Hauch von schlechtem Gewissen (und im folgenden Band wird sie erst gar nicht mehr erwähnt, glaube ich).
Der Schatz wurde auch sehr sachlich gefunden. Ich fand die Schatzsuche ganz geschickt angelegt. Nur als der Schatz gefunden wird, geht es sehr kurz und sachlich zu, niemand starrt hingerissen das Vermögen an und als dann Southwick anhand angenommenen Goldpreis den Wert von mehr als eine Million Pfund errechnet, beeindruckt das wenig, geschweige denn, dass ernsthaft jemand darüber betrübt ist, dass vermutlich alles von der Krone eingesackt werden wird.
Nur die Übersetzung ... bringt seltsame Stilblüten hervor. Ständig heißt es "Mütze", wenn der Hut (insbesondere der Offiziershut) gemeint ist. Dann wird Segelmeister Southwick zum Kapitän, der Rätsel-Reim besteht aus "Linien" (statt aus Versen, Verszeilen oder Zeilen), und das zwei oder drei Mal auf Englisch stehen gelassene "last not least" sprang mir unangenehm ins Auge (ebenso wie "Governor" das auch nicht übersetzt wurde).