Posts by Speedy

    Heute früh fragte ich mich, wie lange es wohl dauern mag, bis Henry du Valle zum Admiral befördert wird. Bei Jack Aubrey war es ja so ungefähr 1818 so weit, und weil Henry du Valle ja deutlich früher befördert wurde, müsste es ja gerade noch in die Napoleonischen Kriege passen. Aber ich wollte es genau wissen und schaute mir die Biographien einiger Captains in der Navy-List an. Da es ja streng nach Seniorität ging, sollten einzelne Beispiele ja generelle Gültigkeit besitzen.

    Lord Nelson wurde beispielsweise 1779 Captain und 1797 Rear Admiral of the Blue, also nach 18 Jahren. Bei Jack Aubrey gehe ich davon aus, dass er frühestens Ende 1803, eher aber 1804 Captain wurde. Demnach war POB mit seiner Beförderung schon ziemlich früh dran, denn tatsächlich wurde die Zeitspanne zwischen Beförderung zum Captain und Beförderung zum Admiral mit den Jahren immer größer, was daran lag, dass die Anzahl der Captains durch das Wachstum der Royal Navy immer größer wurde, die Anzahl der Admirale jedoch nicht im selben Maße wuchs.

    Hier sind ein paar Beispiele, wobei ich jeweils Captainsbeförderungen vom Jahresanfang (da gab es immer besonders viele) herausgesucht habe. Wer erst in der zweiten Jahreshälfte dran war, musste später 1 - sogar 2 Jahre länger warten:

    1799 - 1825 26 Jahre

    1801 - 1832 31 Jahre

    1803 - 1837 34 Jahre

    1776 - geboren in Valle House auf Guernsey

    1788 - in der Musterrolle HMS Narcissus (20) Captain Philippe d'Auvergne

    1790 - Kadett HMS Prince Rupert (44) Wachschiff in Hull

    1791 - Midshipman HMS Prince Rupert (44)

    1795 - Midshipman Armed Lugger Aristocrat (12) Leutnant Crocker Kanalinseln

    1796 - Midshipman Armed Lugger Aristicrat (12) Leutnant Gosset - Gefecht bei Port Hergui

    1796 - Midshipman HMS Diamond (38) Captain Sir Sidney Smith - Küste der Normandie

    1796 - Diensttuender Leutnant HMS Diamond (38) Captain Sir Sidney Smith - Gefecht bei Le Havre

    1797 - Leutnant Kanonenboot Nr. 14 (12) Kommandant - Meuterei auf der Nore

    1797 - Leutnant Kanonenbrigg Clinker (12) Kommandant - Zuidersee und Ostsee

    1798 - Commander HMS Mermaid (18) Kommandant - Seeschlacht bei Aboukir

    1799 - Commander HMS Mermaid (18) Kommandant - Belagerung von Akkon, Neapel

    1799 - Captain HMS Valletta (32) Kommandant - Überführung nach Portsmouth

    1799 - Captain HMS Goose (56) Kommandant - Küste der Batavischen Republik und Dünkirchen

    1800 - Captain HMS Orange (68) Captain - Nordsee und Kanal

    1801 - Captain ohne Kommando - Schlacht von Kopenhagen

    1801 - Captain HMS Orange (68) - Blockade von Brest, Mittelmeer und Belagerung von Porto Ferrajo

    1802 - Captain ohne Kommando - Frieden von Amiens

    Für mich ist es jedes Mal mit besonderer Aufregung verbunden, das Urteil aus Thunder Castle zu bekommen. So ein neutraler Blick ist nicht durch Gold aufzuwiegen, wobei Bonden jedes Mal auch eigene Ergänzungen vorschlägt, die das Buch ganz erheblich aufwerten und mit Leben erfüllen.

    Jetzt setze ich mich wieder an das Manuskript, übernehme die Korrekturen, füge ganze Absätze ein und lösche, was von Bonden verworfen wurde. Dabei kommen dann auch wieder eigene Ideen und das Buch nimmt langsam seine endgültige Form an.

    Inzwischen habe ich alle fünf bisher vorliegenden Bücher des Donnerstags-Mordclubs gehört. Wie immer wunderbar gelesen von Johannes Steck und Beate Himmelstoß.

    Um gewissen Entzugserscheinungen vorzubeugen ist nun ebenfalls von Richard Osman Sie haben den Fall. Wir haben die Lösung aus der Wir finden Mörder-Reihe dran. Leider nicht von Johannes Steck gelesen und leider nicht mit dem Charme des Mordclubs, aber auch diese Ermittler wachsen mir langsam ans Herz.

    Endlich habe ich die Schiffe gefunden, die sich in der zweiten Jahreshälfte 1803 auf den Weg nach Ostindien gemacht haben. Eigentlich sind sie überhaupt nicht wichtig für die weitere Handlung, aber manchmal steht einem der innere Monk im Wege und man will es ganz genau machen, auch wenn es lediglich um eine Durchquerung der Biskaya geht.

    Die unerwartete Reise ist im 5. Kapitel zu Ende gegangen, ohne dass irgendwelche garstigen Hobbitse aufgetaucht sind. :saint: Aber noch ist diese Geschichte nicht zu Ende erzählt. Henrys Schiff befindet sich in einer Werft und ich komme aktuell nicht weiter, weil eine schlüssige Auflösung fehlt. Sobald ich diese Klippe überwunden habe, weiß ich schon sehr genau, wie es dann weiter gehen wird: Konvoidienst, aber es wird schwierig und dramatisch. Aber erstmal bis dahin kommen...:/

    Nach der herben Enttäuschung durch Kriminalrat Heller gönne ich mir wieder eine britische Krimigeschichte:

    Der Mann der zweimal starb (Teil 2 des Donnerstagsmordclubs)

    Diesmal wird Elisabeth von ihrer Geheimdienstvergangenheit eingeholt und trifft auf ihren Ex-Mann.

    Kriegsgerichtsverhandlungen spielen in unseren Romanen eine wichtige Rolle. Denken wir nur an die zahlreichen Prozesse, mit denen Lord Ramage zu tun hatte, oder Jack Aubrey wegen des Verlusts der Sophie und Herrick, Bolithos böser Freund musste das auch über sich ergehen lassen.

    Wofür man vor ein Kriegsgericht kam, ist, soweit es die wichtigsten Fälle betraf, allgemein bekannt:

    - Verlust des eigenen Schiffs (im Kampf oder durch unglückliche Umstände)

    - Meuterei

    - Sodomie (möchte jemand Ziegenmilch?)

    - Befehlsverweigerung

    - Angriffe auf einen Vorgesetzten

    Jetzt habe ich aber einen besonderen Fall. Schiff A befindet sich in einer bedrohlichen Lage, sagen wir mal auf Legerwall, und der Kommandant beschließt, dass Schiff aufzugeben, um so zumindest die Besatzung zu retten. Die Rettung gelingt auch und das Schiff wird sich selbst überlassen. So weit, so gut, oder auch schlecht. Dann springt plötzlich der Wind um und das Schiff verpasst das tödliche Kap. Schiff B sichtet dieses Schiff nach 2 Tagen, stellt fest, dass es offenbar verlassen wurde und bringt es zurück in den Heimathafen.

    Handelt es sich bei diesem Schiff, ein Schiff der eigenen Marine, um eine Prise? Bei zurückeroberten Schiffen galt ja die 2 4-Stunden-Regel. Kommt der Kommandant von Schiff A vor ein Kriegsgericht, obwohl das Schiff ja letztendlich nicht verloren wurde? Wer kommt vor Gericht, wenn Schiff A auf der Heimfahrt mit einer Crew von Schiff B verloren geht? Der Kommandant von Schiff A oder der eingesetzte Kommandant?

    Ich frage für einen Freund.

    Manchmal wird man von der Handlung überrascht. Eigentlich wollte ich einen kurzen Prolog über eine unerwartete Reise schreiben, doch dann taucht dieses Geisterschiff auf und gibt dem Ganzen eine völlig neue Richtung. Jetzt habe ich zwar keinen Prolog mehr (den muss man auch nicht immer haben), dafür aber das 1. Kapitel von Band 10 fertig.:ruder::gedicht: