Posts by Angarvater

    Aye, Mates,

    beide Lampen kamen heute an Bord. Und so sieht das fertige Heck jetzt aus.




    Auf diesem Liegeplatz wird die Witsen wohl längere Zeit bleiben.

    Ein kurzes Resümee. Die Bauzeit betrug durch verschiedene Einflüsse, die hier aber nicht von Relevanz sind, insgesamt dreieinhalb Jahre.

    Die Pläne von Ab Hoving dem Bau zu grunde zu legen war sehr gut. Besonders interessant war es das Heck und den Bug anzufertigen. Spannend war es auch die Takelage zu machen, da hier einiges an Recherche nötig war, da die Baupläne keinen kompletten Takelplan enthalten, was auch in Ordnung ist. Das führte zu intensiven Studien der mir zur Verfügung stehenden Literatur, und auch zu etlichen Suchen im WEB. Auch die mehrfache Betrachtung des Modells der Royal George von 1715 in der Leibniz Uni, Hannover war sehr hilfreich und brachte immer mal wieder Klärung bei offenen Fragen.

    Die Anfertigung der Hecklaternen war sozusagen das Tüpfelchen auf dem I. Um zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen mußte ich einige Werkproben machen, was zwar einige Zeit dauerte, aber einige schöne Arbeit ergab.

    Derzeit wird die Werft erstmal aufgeklart, und es soll geklärt werden welches von den Feederschiffen, also ein Boyer oder ein Wide Ship oder, oder, oder sich noch zur Witsen gesellen wird. Bis dahin mache ich erstmal eine Baupause und baue spaßeshalber eine Burg aus Noppensteinen.


    Angarvater


    Cheerio!

    Angarvater

    Vielen Dank für Eure freundlichen Kommentare zum Neubau! So ganz fertig ist die Witsen ja noch nicht. Die Fahnen werden erst Anfang nächster Woche geliefert, und die Hecklaternen zu machen war nicht ganz ohne. Ehe ich dazu komme hier noch ein paar Bilder vom Vorschiff und den Ankern. Sie entstanden, als ich nochmals die Takelage inspizierte.




    Die Hecklaternen sind schon eine etwas knifflige Arbeit. Meistens sind sie sechseckig ( was kein großes Problem darstellt ), nur hatte der Barock die Spielidee die Lampen asymmetrisch, bauchig und dergleichen mehr zu bauen. Glücklicherweise gab es sie auch als "einfache"Sechseckkörper. Gut, so wird das gemacht.

    Es bietet sich an die Leuchtenkörper aus Plexiglas zu machen. Nach einigem Überlegen kam ich auf einen Durchmesser des Lampenkörpers von 14mm Durchmesser und einer Höhe von 17mm. Das sah als Entwurfszeichnung ganz gut aus.

    Aus einem Plexirundstab von 20mmDurchmesser läßt sich sowas mittels der Oberfräse herstellen.

    Also wurde ein circa 40mm Stück auf dem Teilappart eingespannt, um dann mittels eines 3mm Fräsers auf Form gefräst zu werden.

    Sechsecke habe so sympathische 60Grad Winkel, die sich auf dem Teilapparat gut einstellen lassen.

    Also sechsmal rundum Fräsen, dann für die nächste Tour wieder auf 0 Grad, und den Fräser 4mm weiter absenken. bei Plexibearbeitung muß man ein gewisses Gleichgewicht zwischen Drehzahl Zustellung und Vorschub wahren, da das Material thermoplastisch ist. Es würde also, wenn man nicht aufpaßt, schmelzen. Das gibt dann einige Probleme mit dem Schnitt und dem am Fräser festgeklebtem Material. Aber hier galt auch:

    Ausprobieren und sich langsam an die Sache heranarbeiten.

    Es bot sich an, den oberen Lampenteil auf der Drechselbank zum Lampendeckel zu drehen, und aus dem Rest das untere Lampenteil.


    Was dann kommt ist ein Haufen Spielerei mit Messingprofilen, dünnflüssigen Cyanoacrylatkleber, etwas Messingprofil und Goldfarbe.

    Glücklicherweise, so sieht es jedenfalls auf alten Modellen und Bildern aus, war das Lampenglas kein Klarglas im heutigen Sinne. Ich habe so einen Probekörper mal poliert. Das sah aber irgendwie unpassend aus. Also den alten Trick verwendet, und die matten Scheiben mit höchstflüssigem Kleber benetzt, was dann zur oben zu sehenden Oberfläche führt.

    So, jetzt noch die zweite Lampe bauen, und dann an Bord mit den teilen.


    Cheers Angarvater

    Das ist für mich der Reiz dieser Modelle. Ich finde, dass die Modelle mit zu vielen abgerundeten und auchsonst geschwungen Teilen irgendwie ein Verrat am System der Klemmbausteine sind. Da bin ich halt absolut konservativgrins1

    Das gilt in sozusagen Gegenrichtung für mich genauso. Mylady hat mir letztes Jahr die Courage, ein Rettungsboot der DGzRS von Bluebrix geschenkt. War interessant das Schiff zu montieren. Nur auf die Frage, ob ich auch die Hermann Marwede bauen will, habe ich gesagt: bestimmt ein guter Bausatz, aber dieses eckige Unterwasserschiff geht bei mir garnicht.😏

    Und nun bin ich in Versuchung so ein Gebäude von Bluebrix zu bauen.

    Ein kleiner Nachtrag zum Bau der Witsen. Und zwar braucht ein Schiff seine Anker. Hier sind sie.

    Diesmal habe ich die Anker aus 5mm Acrylglas gemacht. Da gab es einige Reste vom Bau des Ständers die sich dafür anboten.

    Also: der erste Anker.

    Und das Ganze dann auf Eisen umgetrimmt. Das geht mit Acrylefektlack ganz gut

    Dazu gehört natürlich noch die Ankerboje und dann kann das Ganze an Bord.


    Die Nicolas Witsen hat jetzt ihren Liegeplatz erreicht, und wartet dort noch auf die Hecklaterne und die Flaggen. ansonsten ist das Schiff fertig.

    Cheers!

    Angarvater

    P.S. Kaum war die Helling freigeworden standen noch Reparaturen an zwei alten Modellen an.

    Den Rahsegelschoner "Black Prince" habe ich vor circa 40 Jahren als Baukastenmodell gebaut. Und die Kapitänsgig als Ausprobiermodell der Spantbauweise von GK

    Die Takelage insbesondere der Black Prince mußte dringend überholt werden, da ich bei ihr, als auch bei der Gig Baumwolle und/oder Seidenseile verwendet hatte. Moropes Polyestergarne gab es zur Zeit des Baues der Black Prince noch nicht, oder waren mir noch nicht bekannt.

    Ich war beim Reparieren der Black Prince in Versuchung etliches um- oder nachzuarbeiten, was nach meiner heutigen Kenntnis doch nicht so ganz in Ordnung ist. Das habe ich aber ganz schnell sein lassen. Aus damaliger Sicht habe ich das so gut wie möglich gebaut, und so ein Modell ist eben auch ein Teil einer Entwicklung.



    Die Gig ist auch schon circa 25 Jahre alt, und immer noch eines meiner Lieblingsmodelle unter den Beibooten. Aufgrund der Erfahrung mit der Gig und dem Arbeitsboot von GK habe ich dann bedarfsweise Mallen für diverse Beiboote entwickelt. War auch in diese Technik ein guter Einstieg.


    Angarvater

    Der Höckel hilft da schon etliches weiter, während die anderen Autoritäten doch in etlichen Punkten sich widersprechen oder sich ausschweigen Ich habe den Anderson meistens als Grundlage zum Vergleich mit Mondfeld, Hoving und hilfsweise Kirsch benutzt. nur wo die Läufer auflaufen wird in den meisten Fällen nicht dargestellt.


    Aber wie ich sehe machst du das mit guter Sorgfalt und Überlegung. Kirsch, in „die Galeonen“ weist darauf hin, dass man lange Zeit die Seile der Obertakelungen nicht an Deck bediente, sondern auf den Marsen der Hauptmasten auflaufen ließ, und wohl auch dort bediente. Das habe ich dann bei allen meinen Schiffen des 16. und 17. Jahrhunderts so umgesetzt.

    Bonden Da gebe ich dir recht. Dein Schlachtschiff in 1:48 zu bauen ergäbe schon einen ordentlichen Brocken. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich nach der Agamemnon, in 1:64, mit 1,45m, schon ein ziemliches Teil, an die Kähne in 1:48 gemacht habe. Kleiner und mit vielen für mich schönen Details, wie z.B funktionierenden Blöcken, zu bauen.

    Aber wichtiger: deine Seile machen sich sehr gut in der Takelage, und die Idee mit dem Färben ist große Tennis.

    Aye Bonden, gute Arbeit.

    Ich habe die stehende Part der Seitentakel jeweils etwas länger gemacht, um nicht mit dem Laufenden der Rahen und ggf. den Schwichtungen in Konflikt zu kommen. Ich habe in die stehenden Parten Kauschen eingezeist, und in diese jeweils die oberen Blöcke eingebunden und die Enden gezeist.
    Dabei habe ich je Untermast einen Zug mit einem Zweischeibenblock ( unten ) und einem Violinblock oben, und einen Zug mit einem kräftigen Einscheibenblock ( oben ) und einem darunter laufenden Zug mit Zweischeibenblöcken getakelt. Das entsprach nach längerem Suchen den Angaben von Hoving und Anderson, und erschien mir ganz plausibel. Vor allem die zweite Variante, so zeigte es sich beim Versuch ist durchaus geeignet einen etwas aus der Richtung gekommenen Mast problemlos ins Lot zu Trimmen.


    Im übrigen gesagt, Takeln ist eine der interessantesten Arbeiten am Modell. Nicht nur das Ausweben der Wanten ist eine Geduldsarbeit, auch das Takeln von ( im Fall der Witsen ) mehr als 230 Blöcken mit ihren Seilen, bedarf einer gewissen Geduld und Ausdauer. Aber nun ja bei Handwerksarbeit geht nichts ohne beides, Beharrlichkeit und Ausdauer. Können wäre auch ganz gut.

    So, Schluß mit der Handwerksphilosophie, auf der Witsen sind noch etliche Restarbeiten zu machen.

    Cheers! Angarvater

    Aye, Mates!

    Die Takelung der Witsen ist gerade eben fertiggestellt worden. Die Anker und die Hecklaternen sind in der Fertigung, sodaß der Bau der Pinas wohl in der nächsten Woche beendet sein wird. Die Fahnen sollen Ende der Woche an Bord kommen.

    Hier einige Bilder von heute morgen.




    ich habe mir, bevor ich das Vorgeschirr fertiggetakelt habe nochmal das Modell der Royal George in der Leibniz Uni, Hannover angesehen. Das erschien mir probat, da das Modell 1715 vo Grindling Gibbons gebaut wurde und, nach Aussage des das Modell Betreuenden zweimal (dokumentiert) sehr korrekt restauriert worden ist. Somit habe ich einiges gegenüber den Darstellungen der Fachliteratur anders gemacht.

    Interessant finde ich auch, daß auch bei der Royal George die Rahen vierkant gebrasst sind, und das Besansegel untergeschlagen gezeigt wird.

    Nochmal nachgezählt habe ich jetzt insgesamt 234 Jungfern und Blöcke angefertigt und eingebaut. Beim nächsten Schiff notiere ich auch mal wieviel Meter Seil benötigt werden.

    Cheers
    Angarvater

    Aye, Bonden,

    Bezüglich der Takelarbeiten insbesondere am Spritmast gibt es meiner Erfahrung nach zwischen den einzelnen ehrenwerten Autoren etliche zum Teil widersprüchliche Darstellungen. Interessant ist zur Klärung diverser Fragen das Modell der Royal George, 1721 gebaut, das sich in der Leibnizuniversität, Hannover befindet. Das Modell kann besichtigt werden. Nach Aussage der Uni ist die Takelung zwar zweimal restauriert worden, dies soll aber sehr korrekt gemacht worden sein. Es dürfte sich um eines der authentischsten Modell, zeitnah zur ZP hergestellt, handeln.

    Da es ja außer der Arbeit an der Witsen noch einiges anderes zu erledigen gab, schritten die Takelarbeiten nur langsam voran, wobei aber auch die "Dichte" der zu Deck geführten Seile das Takeln nicht gerade zum Spurt werden ließ.

    Stand der Dinge: alle Segel an den Masten sind getakelt. Dabei wurde das untergeschlagene Besansegel nochmal nachgearbeitet und auch das Besanmarssegel mittels der alten Methode ( Sprühstärke und Fön) in Form gebracht.

    Hier nun ein paar Bilder dazu.


    Soweit so gut. Als nächstes werden die Blinde und das Spritmastsegel getakelt. Beide Segel sind schon gefertigt und an ihre Rahen "angenäht", sodaß nur noch die Blöcke des Laufenden dran müssen. Aber da liegt eine der kleinen Schwierigkeiten, da ich einen Teil dieser Blöcke noch machen muß. Heißt geschätzt nochmal 4 - 5 Stunden Arbeit, was aber nichts weiter ausmacht, da das einfach dazugehört. Damit dürfte sich die Gesamtzahl der Blöcke auf 221 erhöhen.

    Ach ja, es fehlen noch die vier Anker, zwei oder drei Hecklaternen und ein Beiboot. Ergo bis zur Ablieferung des Neubaues dauert es noch eine Weile

    Ihre Ladyschaft arbeitet gerade an der Fertigung der Fahnen.

    Cheers! Angarvater

    Wirklich beeindruckend, wie viel Geld und Arbeit die Holländer in Verzierungen gesteckt haben. Wo sind da die nüchtern kalkulierenden Pfeffersäcke?

    Bei Kampfschiffen spielte wohl auch damals das Geld kaum eine Rolle.

    Aber auch bei den Handelsschiffen, zumindest den größeren Typen, zeigten die Reeder mittels des Dekors wer man war, zumal der Reeder ein Typschiff orderte, an dessen Ausführung er, außer dem Dekor, nur die Größe beauftragen konnte. Hieß also: ein Pinasschiff, x Fuß lang, wie üblich. Heckverzierung , und sonstiges Dekor nach Absprache, und oder entsprechend den beigefügten Skizzen.

    Aye, Bonden,

    Zuerst habe ich gedacht, daß ich das Besansegel trotz allem voll gesetzt zeige. Insbesondere, da ja ihre Ladyschaft gerade in dieses Teil, etliches an Arbeit hineingesteckt hat. Ich zeigte ihr das ganze, und sie sagte sinngemäß dazu, daß ihre Arbeit ja dadurch nicht abgewertet würde, wenn ich das so in der "Betriebssituation" darstelle.

    Erinnert mich an Baukollegen, die den Rumpf komplett ausbauen, was man nie wieder sehen kann.

    Die Golden Hind ist aus einem trivialen Grund in den Werfthafen verholt worden. Zum einen hat sie einen ihrer Anker demoliert, ( habe ich versuchsweise mal nicht aus Messing, sondern aus Weichplastik gemacht, was sich nicht bewährt hat) zum Anderen wird ihr alter Liegeplatz derzeit schon für die Witsen vorbereitet.

    Oder sollte ich mir noch eine Anekdote aus Drakes Zeit ausdenken?