Posts by Francis Drake

    Gerade ist die Last Night of the Proms zu Ende gegangen, und ich muss sagen, ich fand es phantastisch. Die Musik, die Künstler, die Stimmung - umwerfend. Nicky Spence ist schon eine schillernde Persönlichkeit, aber was für eine Stimme. Yuja Wang am Klavier ist unglaublich. Beide Uraufführungen haben mir gefallen. Das ist nicht immer so mit zeitgenössischer Musik. Rundum gelungen.

    Bildgewaltig fand ich den Film auch. Ich war eigentlich hineingegangen mit dem Vorsatz, mich von der Diskussion um die Besetzung beeinflussen zu lassen. Und die fand ich nicht schlecht. Auch Abweichungen von Homers Epos müssen nicht schlecht sein, in Troja wurde ja auch viel geändert. Trotzdem fand ich in Troja die Schlachtenszenen überzeugender.

    Geärgert haben mich eher Entscheidungen der Regie und Ausstattung, die zwar starke Bilder geben, aber nicht in den Handlungsstrang passen. Natürlich muss man nicht archäologisch genau Waffen und Rüstungen nachempfinden, aber die uniformen Rüstungen der Trojaner fand ich befremdlich. Agamemnon, der nur in einer Rüstung auftrat, in der man sein Gesicht nicht sehen konnte und die mir wie eine Mischung aus Darth Vader und Batman vorkam, hat mich nicht überzeugt.

    Die Laistrygonen kamen mir vor, wie eine Mischung aus Rittern alter König Arthur-Verfilmungen und Weltraumrittern, die bei Doctor Who vorkommen könnten.

    Und wenn Odysseus über das Meer segelt, trägt er Panzer und Helm, denn hinter jeder Welle könnte ja ein Trojaner lauern.

    Aus dem listigen Odysseus einen traumatisierenden Kriegsheimkehrer zu machen fand ich dagegen originell und interessant.

    Insgesamt war ich von dem Film doch eher etwas enttäuscht.

    This is not a Murder Mystery auf ZDF neo. Belgisch-irische Produktion, die in England spielt. Zu Beginn jeder Folge kommt der Disclaimer "Von realen Personen und Geschehnissen inspiriert. Aber glauben Sie nicht alles, was sie sehen"

    Klassische Krimisituation: auf einem Schloss kommt es zu einer Serie von Morden. Die Besonderheit: 1936 sind die führenden surrealistischen Künstler von Edward James (den es als Förderer der Surrealisten tatsächlich gab) eingeladen. Magritte gerät beim ersten Mordfall zunächst unter Verdacht, fängt dann aber an, selbst zu ermitteln. Die verschiedenen Morde werden nach surrealistischen Kunstwerken arrangiert. Sehr vergnüglich. Dass Künstler, die noch einige Jahre gelebt haben, unter den Mordopfern sind, verweist auf den Disclaimer.

    Ich habe es jetzt gerade durch. Zum zweiten Mal. Beim ersten Mal habe ich das Gold des Ozeans vor Zu fremden Ufern gelesen, diesmal anders herum. Und natürlich direkt im Nachgang von The Wager von David Grann.

    In dieser Reihenfolge fand ich es tatsächlich besser, obwohl beide Romane in sich abgeschlossen sind und nur einmal Byron auf der Centurion kurz auftaucht.

    Den Weg von Irland nach England fand ich im Gold des Ozeans etwas mühselig und schwierig, mitch mit Palafox und Sean zu identifizieren. An Bord der Centurion wird es dann aber sehr schnell besser. Und da zeigt sich eindeutig die Erzählkunst von Patrick O'Brian.

    Sean zeichnet sich aus durch eine gewisse Bauernschläue und wenn man ein literarisches Pendant sucht, dann vielleicht ganz entfernt Sancho Pansa. Aber von der Landratte entwickelt er sich zu einem Able Seaman, dem zuletzt wichtige Aufgaben übertragen werden. Und Peter Palafox ist wie John Byron eine Vorstudie für Jack Aubrey.

    Absolut eine :5*:-Empfehlung.

    Bonden ist mir zuvor gekommen. Aber besser hätte ich es nicht schreiben können. Zwar habe ich das Buch schon vor einigen Jahren gelesen, aber zu der Zeit als guten Roman wahrgenommen, dem ein historisches Ereignis zugrunde liegt. Ansonsten habe ich es als sehr gut erfunden angesehen. Dass bis auf Tobias Barrow, eine Studie für Stephen Maturin, praktisch alle Figuren historisch belegt sind und die Geschichte mit nur einigen dichterischen Freiheiten, die sich POB genommen hat, genauso abgespielt hat, habe ich jetzt bei der erneuten Lektüre, nachdem ich The Wager von David Grann gelesen hatte, festgestellt.

    Und es ist schon alles da, was uns in der Aubrey-Maturin-Reihe fasziniert. Und dass Midshipman John Byron, genannt Foulweather Jack, der Großvater des Dichters Lord Byron war, der wiederum in seinem dichterischen Werk auf die Aufzeichnungen seines Großvaters Jack Byron Bezug nimmt, nutzt POB zu dem Osterei, dass der Midi selbst dichterische Neigungen gehabt habe.

    Absolut 5 von 5 Muscheln!

    Vor dem Hafen von Nassau auf New Providence wurde das Wrack eines Schiffes gefunden, bei dem vieles dafür spricht, dass es ein Piratenschiff gewesen sein könnte. Rumpf bis zur Wasserlinie verbrannt, bewaffnet mit Swivel-Guns, Kanonen- und Musketenkugeln an Bord.

    Musket balls and a burnt hull: evidence of real pirates of the Caribbean found in Bahamas
    Exclusive: First shipwrecks found in Nassau harbour on New Providence, once the hideout of Blackbeard and Calico Jack
    www.theguardian.com

    Passend dazu habe ich auf Youtube den Film "Around Cape Horn" von Irving Johnson aus dem Jahr 1929 gefunden. Dokumentiert wird die Sturmfahrt der Peking um Kap Hoorn.

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    Ich weiß nicht, ob es hierher gehört, aber meine Tochter hat mir den Link zugesandt. Warum noch Modelle bauen, wenn es virtuell viel schneller geht? (Duck-und-wech8o)

    Hier gibt es wohl ein neues Spiel:

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    Ich trimme die Segel in der effizientesten Richtung für einen Squarrigger. Also platt vorm Laken, will sagen: Wind von Achtern.

    Angarvater

    Ist das so? Ich dachte Wind von achtern kann das Schiff maximal mit Windgeschwindigkeit fahren. Wind von der Seite ist effektiver, da dann schneller als Windgeschwindigkeit gesegelt wird. Nur hart am Wind sind schratgetakelte Schiffe eindeutig im Vorteil.

    Hier ein Bericht darüber, dass Shackeltons Bericht, das gebrochene Ruder sei verantwortlich, dass die Endurance nicht zu retten gewesen sei, nicht stimme. Das Schiff sei für die Belastung des Packeises nicht stabil genug gewesen und Shackelton habe das gewusst. Er habe die Fahrt trotzdem angetreten, weil sie sonst wegen des Ausbruchs des 1. Weltkriegs nicht mehr möglich gewesen.

    https://edition.cnn.com/2025/10/06/science/endurance-ship-sinking-structural-weakness