Dezember 2024: J.G.Gelernter - Jagd nach Vergeltung

Der Marines Captain Thomas Grey hat kurzvor dem Frieden von Amiens seine Frau veroren, als eine französische Fregatte das Handelsschiff auf dem er mit seiner Frau nach Hause reisen wollte Angriff. Ein zu tief gegangener Schuss durchschlug den Rumpf, sodass Frau Grey im Splitterhagel unter Deck umkam. Von depressionen und Trauer gebeugt zieht er sich auf sein Gut zurück. Sein Chef vom Marine Geheimdienst Banks (kommt einem bekannt vor) drängt Ihn wieder seinen Dienst als Stationsleiter im Mittelmeer aufzuehmen.

Das will Captain Grey allerdings nicht und quittiert seinen Dienst. Er lässt von einem Freund Haus und Hof verkaufen und will sich in die USA, begeben um dort in den Holzhandel seiner Verwandten einzutreten.

Auf der Schiffsreise wird das Schiff von einem französischen Freibeuter angegriffen und schwer beschädigt, kann sich aber nach Portugal retten. Der Angriff kam überraschend, aber der Frieden von Amiens war zwiachenzeitlich gebrochen.

In Portugal lernt er irische Aufständische kennen, die ihm den Namen des Kapitäns der Fregatte nennen, der verantrwortlich für den Tod seiner Frau war.

Long Story short: Er gibt sich als Überläufer aus und reist nach Paris um Rache zu nehmen...

Natürlich ist er erfolgreich, reist wieder nach England und nimmt seinen Dienst als Geheimdienstler wieder auf.


Grey ist keineswegs der David Winter in Hummer-Form, er bekommt reichlich sein Fett weg.

Gelernter scheint übrigens ein Faible für Waffen zu haben. So hat der Handeslschiffkapitän, der sich mit den Freibeutern rumärgern darf, ein Baker-Rifle an Bord, mit dem Grey dann aus der Mars die Frenchies dezimiert.

Später hat sein französischer Wiedersacher eine Girardoni Windbüchse, die sehr sehr prominent zum Einsatz kommt.

Die Story ist schnell, es passiert immer irgendwas. Wie ein James Bond, der 1802 spielt.

Schön finde ich, das es nun auch eine Story aus Sicht eines Hummers gibt. Er muss sich damit auch nicht mit der Beschreibung von Segelmanövern o.ä. aufhalten. Auch ist er flexibel die Story von Land auf See und wieder an Land zu führen.

Man merkt an vielen Stellen, das Bernard Corenwell ein Vorbild für Gelernter ist, das schreibt er auch so in den historischen Anmerkungen, die als Anhang im Buch sind.

Ein wirklicher Kritikpunkt ist die Deutsche Übersetzung. Die Übersetzerin steht ganz am Anfang Ihrer Karriere und man merkt das sie von der Materie "Eoyal Navy" so gar keine Ahnung hat. Es wäre sehr viel angenehmer, wenn man Dienstränge nicht übersetzen würde, zum Beispiel.

Ein Captain of Marines ist nunmal kein "Marinekapitän". Diese Lapsi ziehen sich durch das ganze Buch und lassen mich nur schaudern.

Selbst mit Deepl wäre die Übersetzung besser geworden.

Band 2 werde ich mir auf jedenfall auch gönnen.

Aga