Ja, das Leben meint es scheinbar nicht so gut mit Henry. Die Hoffnung, nach seiner schweren Verwundung bald wieder auf sein eigenes Schiff zu kommen, wird durch Nelson höchstpersönlich zerschlagen: Er braucht Henry, der sich bekanntlich nicht nur in der Ostsee im Allgemeinen und in dänischen Gewässern im Besonderen sehr gut auskennt, sondern durch seine familiären Bindungen auch noch dänisch spricht und im wahrsten Sinne des Wortes Land und Leute kennt. Die politische Großwetterlage im Baltikum gleicht einem Pulverfass, und die Großmächte Frankreich und England versuchen gleichermaßen, Verbündete zu finden, zu halten und feindliche Allianzen zu stören und möglichst zu zerstören. Und so wird Henry in geheimer Mission nach Kopenhagen geschickt. Kenner der historischen Hintergründe und Leser des 6. Bandes und insbesondere des Nachwortes dort wissen, dass alles auf Nelsons berühmte Schlacht von Kopenhagen hinausläuft. Bis es aber soweit ist, passiert so einiges. Schon die Abfahrt von London mündet in einem ersten kleinen Seegefecht, später gibt's für Henry eins über den Schädel gezogen, Diplomatie und Spionage stehen gleichermaßen auf der Tagesordnung, und immer wieder kommt ihm ein alter Bekannter, der ihm so gar nicht wohlgesonnen ist, in die Quere. Schließlich erlebt Henry direkt an der Seite von Nelson an Bord der Elephant die Schlacht. Als dann endlich die Kanonen schweigen, ist das Abenteuer für Henry noch lange nicht vorbei, und es braucht gute Freunde, um aus einem ziemlich schlimmen Schlamassel wieder herauszukommen.
Wie immer brilliert der Roman durch eine akribische historische Recherche des Autors. Dabei versteht er es geschickt, seinen Protagonisten in die tatsächlichen Geschehnisse einzubinden, ohne dass es da zu Verzerrungen oder Brüchen kommt. Und diesmal ist der Roman auch hübsch illustriert - mit zwei historischen Karten aus dieser Zeit, die das, was man im Buch zu lesen bekommt, sehr gut ergänzen.
Bonden